Durch das stets ehrenamtliche Engagement der bald 90jährigen Frauenzentrale wurde viel erreicht. Um dem heutigen Ziel – eine Gesellschaft, in welcher Frauen und Männer dieselben Wege und Wahlmöglichkeiten, ihr Leben zu gestalten, offenstehen – immer näher zu kommen, bleibt die Frauenzentrale weiter dran.

seit 90 Jahren tatkräftig unterwegs

Die Gründung der Frauenzentrale

Nef ClaraClara Nef, erste Präsidentin (1929 – 1964)

1929 wurde die Frauenzentrale von Clara Nef ein Jahr nach der 1. Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit (SAFFA) 1928 in Bern gegründet. Sie nutzte die Gewinnausschüttung aus dieser Ausstellung an die Kantone, um die Frauenzentrale zu gründen. In die 35jährige Amtszeit von Clara Nef fallen die Kriegsjahre und die Zeit danach. Diese waren geprägt durch Arbeitslosigkeit und Armut.

Die Frauenzentrale engagierte sich in caritativen und sozialen Bereichen. Sie organisierte Bubenhosen nähen, Militärsocken stricken, sie warnte vor der Schnapsgefahr und organisierte Flick- und Kochkurse.

Clara Nef hatte die zündende Idee und zog den Bubenhosenhandel auf. Frauen, deren Männer arbeitslos waren, bekamen Stoff und nähten zu Hause Bubenhosen, die weit über die Kantonsgrenze hinaus verkauft werden konnten. Das gab vielen Frauen den Verdienst und bewahrte sie vor der Fürsorge. Die Bubenhosenaktion brachte nachhaltigen Erfolg und wurde zum Aushängeschild der Frauenzentrale.

Zu ihren Ehren wurde 2004 in Herisau ein Weg nach ihr benannt, der Clara Nef Weg.

 

Ein Wechsel im Präsidium erfolgte

Irniger MargritMargrit Irniger-Sattler (1964 – 1967)

Die zweite Präsidentin Margrit Irniger-Sattler trat nach nur drei Jahren vom Präsidium der Frauenzentrale zurück, da sie mit ihrem Ehemann in den Kanton Zürich zog.

Bei ihrem Amtsantritt fasste sie die Aufgaben der Frauenzentrale in drei Gruppen. Zur ersten Gruppe zählte sie jene Aufgaben, die mit Unterstützung der Frauenzentrale in den Gemeinden zu lösen sind (Ausbau der Heimpflege, Mitarbeit der Frau in der Kirche, Elternschulung). Zur zweiten Gruppe gehörten die laufenden Aufgaben (Ferienversorgung überlasteter Frauen und Mütter, Weihnachtswoche für einsame Menschen, das Kleiderlager). Zur dritten Gruppe gehörten die künftigen Aufgaben (staatbürgerliche Erziehung von Mädchen, Förderung der Mittelschulbildung für geeignete Appenzeller Mädchen durch Schaffung günstiger Unterkunftsmöglichkeiten in Trogen, Unterstützung der neuen Schule für soziale Arbeit in St.Gallen, Hilfe bei der Schaffung einer kantonalen Trinkerfürsorgestelle, Förderung des Diakonischen Einsatzes).

 

Die Frauenzentrale entwickelt sich immer weiter – das Frauenstimmrecht wird eingeführt

Schiess HildaHilda Schiess (1967 – 1992)

Die dritte Präsidentin der Frauenzentrale war 1967 bis 1992 Hilda Schiess. Während der 25jährigen Präsidialzeit von Hilda Schiess sind die sozialen Aufgaben der Frauenzentrale dieselben geblieben. Von ihr neu eingerichtet wurde ein Beratungsdienst für Ausländerinnen und einen Hilfsfonds für alleinerziehende Mütter.

Zunehmend standen gesellschaftliche und politische Fragen, aber auch Konsumentenfragen im Mittelpunkt. So war die Frauenzentrale am Aufbau der Ostschweizer Beratungsstelle Haushalt-Konsum-Umwelt mitbeteiligt.

Die grösste Herausforderung war in Hilda Schiess Amtszeit die Bemühungen um das Frauenstimmrecht. Mit der Einführung des kantonalen Frauenstimmrechts 1989 war für Hilda Schiess ein wichtiges Ziel erreicht.

 

 

Die Frauenzentrale in der 4. Generation – neue Angebote werden eingeführt

Naef UlrikeUlrike Naef-Stückelberger (1992 – 2008)

Die vierte Präsidentin der Frauenzentrale AR war von 1992 – 2008 Ulrike Naef-Stückelberger. Während ihrer Zeit als Präsidentin wurden neue Akzente gesetzt, die stark in das politische Leben des Kantons einflossen: Erstmals wurden öffentliche politische Podien organisiert, in kantonalen Kommissionen wurde mitgearbeitet, an Vernehmlassungen wurde teilgenommen. Die Frauenzentrale wird eine ernst zu nehmende Mitspielerin im politischen Leben.

Zur Förderung des Frauenanteils in Kommissionen und Behörden hat die Zentrale in Zusammenarbeit mit dem kantonalen Gleichstellungsbüro einen Leitfaden «frauenPlus AR» für Parteien sowie ein Mentoring-Projekt entwickelt.

Im Jahr 1995 wurde das Gemeinde- und Kantonsrätinnen-Treffen ins Leben gerufen mit dem Ziel, diesen Frauen eine Vernetzungsplattform zu geben.

 

Ein bedeutender Aufgabenbereich der Frauenzentrale wurde neu das Weiterbildungsangebot, das mit dem Gesundheitstag und mit dem Projekt Bonus 2000 (Bildungsgutscheine zur Weiterbildung) Glanzpunkte erreicht hatte. 1996 hatte der Schreibdienst der Frauenzentrale seine Tätigkeit aufgenommen.

Im Jahr 2004 feierte die Frauenzentrale ihr 75jähriges Bestehen mit der Kunstausstellung «Appenzeller Frauenaufzug» im Zeughaus Teufen. Zu diesem Jubiläum wurde von Jolanda Spirig die Geschichte der Frauenzentrale AR im Buch «Buebenhosen» zusammengetragen.

Im Jahr 2007 hat die Frauenzentrale ihr erste Homepage erhalten.

 

Die nationale Vernetzung wird verstärkt.

Biasotto MarieTheresMarie-Theres Biasotto (2008 – 2014)

Von 2008 – 2014 war Marie-Theres Biasotto die fünfte Präsidentin der Frauenzentrale AR. In dieser Zeit wird der Fokus von der Gleichstellung der Frau auf die Chancengleichheit für Mann und Frau verschoben. Die Vernetzung mit der kantonalen Fachstelle für Chancengleichheit, den regionalen Fachstellen und Frauenverbänden auf schweizerischer Ebene wird intensiver gepflegt und bekommt weiter Bedeutung. Mit dem Kanton wurde eine erste Leistungsvereinbarung erstellt. Die Leistungsvereinbarung betrifft die «Durchführung und Mitfinanzierung von Veranstaltungen zur Förderung der Chancengleichheit von Frau und Mann im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Zudem wurde eine Mini-Geschäftsstelle gegründet. Die administrativen Arbeiten haben über die Jahre zugenommen, dank der Leistungsvereinbarung vom Kanton konnte unter anderem diese Arbeit entschädigt werden.

Während der Präsidialzeit von Marie-Theres Biasotto war die Frauenzentrale maßgeblich am Aufbau des Verbandes Weiterbildung AR mitbeteiligt.

Der Aussenauftritt der Frauenzentrale wird professioneller, dank entsprechendem Know-how im Vorstand, tritt die Frauenzentrale nun mit einem Mitteilungsblatt, Flyern für Veranstaltungen auf und verschickt ab 2011 regelmässig einen Newsletter.

 

Ein Co-Präsidium steht der Frauenzentrale Ausserrhoden vor

BarbaraArianeBarbara Zeller und Ariane Brunner (2014 – 2017)

Während drei Jahren, von 2014 – 2017 bildeten Barbara Zeller und Ariane Brunner ein Co-Präsidium.

Im Jahr 2015 wurde erstmals eine, von der Frauenzentrale finanzierte Wahlzeitung mit allen kandidierenden Frauen für Kantons- und Gemeinderat in alle Haushalte von Appenzell Ausserrhoden verschickt.

Zudem konnten eine Wanderausstellung zum Thema Lohnungleichheit (das Lohnmobil) und eine Wanderausstellung zum Thema häusliche Gewalt (Willkommen zu Hause) in unseren Kanton geholt werden.

 

Soziale Medien bieten neue Möglichkeiten

ArianeAriane Brunner (2017 -

Seit 2017 ist Ariane Brunner die Präsidentin der Frauenzentrale. Gleichzeitig wurde der Vorstand erneuert und neue Impulse und Ideen aufgenommen. So wurde unter anderem der Aussenauftritt einem Faceliftung unterzogen und die Sozialen Medien werden neu ebenfalls bespielt.

Unter ihrer Leitung konnte zum zweiten Mal im Jahr 2019 eine Wahlzeitung mit allen kandidierenden Frauen für die Gesamterneuerungswahlen in alle Haushalte verschickt werden. Mit dem entsprechenden Erfolg, der Frauenanteil im Kantonsrat ist auf erfreuliche 33.8% gestiegen, kam die schweizweite mediale Aufmerksamkeit was zu Auftritten in der Tagesschau und in 10vor10 geführt hat.

Wir bleiben dran und engagieren uns weiter in unseren Kernthemen, um die Chancengleichheit in Familie, Beruf und Politik zu unterstützen.

 

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